Veganer Keese Den veganen Trend, der sich in letzter Zeit von einer anfänglichen Modeerscheinung zu einer ausgewachsenen und inzwischen auch wirtschaftlich interessanten Bewegung entwickelt hat – diesen politischen Trend bzw. seine engagierten Anhänger will offenbar auch der Reformwarenhersteller Granovita verstärkt bedienen. Im letzten Jahr ergänzte das Traditionsunternehmen sein grundsätzlich vegetarisches Sortiment um drei Sorten veganer Schokoaufstriche, Anfang 2014 dann wurden drei Sorten eines Käseersatzes vorgestellt, der sich nun ‚Keese‘ nennt.

Keine Sorge, es ist nicht schon wieder eine Rechtschreibreform über uns hereingebrochen! Die gewöhnungsbedürftige Schreibweise ‚Keese‘ ist rechtlichen Vorschriften geschuldet, denn die Bezeichnung ‚Käse‘ ist den tierischen, aus Milch von Kühen, Schafen und Ziegen gewonnenen Produkten vorbehalten. In diesem Sinn wäre eine Bezeichnung à la ‚veganer Käse‘ nicht nur juristisch gesehen ein Widerspruch in sich, wendet sich der Veganismus doch gegen alle tierischen Erzeugnisse.

Kalter Brotaufstrich oder warmer Schmelz-‚Keese‘
Basis aller drei Keese-Sorten bilden vermahlene Cashewkerne in Kombination mit Rapsöl, Sonnenblumenöl und Kokosfett. Dieser ernährungsphysiologisch runden Fettkomposition, die in kaltem Zustand eine etwas steife Konsistenz aufweist, sind die schmelzenden Backeigenschaften zu verdanken. Geschmacklich verfeinert werden die Sorten Natur, Paprika und Tomate-Kräuter mit Tamari, also der asiatischen Gewürzsauce, mit roter Paprika und edelsüßem Paprikagewürz oder mit Tomatenmark und einer Kräutermischung bestehend aus Rosmarin, Oregano sowie Petersilie. (Die kompletten Zutatenlisten sind der vorbildlich geführten Granovita-Homepage zu entnehmen, siehe: Keese Natur, Paprika, Tomate-Kräuter).

Das Ergebnis bilden drei gelungen gewürzte Brotaufstriche, die kalt einen erfrischend neuen Geschmack bieten, warm dann ihr volles Aroma entfalten. Mit dem auf allen Gläsern abgedruckten Grundrezept, Brot mit Aufstrich wenige Minuten im Backofen zu überbacken, lässt sich schnell ein warmer Snack bereiten. Kleiner Tipp: Brot, durchaus auch Vollkornbrot, vorher toasten; und das Belegen mit Paprika, Zwiebel, Knoblauch… erweitert die geschmacklichen Möglichkeiten. Die neuen Keese-Aufstriche sind allerdings auch für das käseähnliche Überbacken von Aufläufen geeignet. Zudem mögen sie als würzende Beigabe in weiteren Kochrezepten dienen. Dabei kann der Vegane Keese durchaus die (Über-)Backeigenschaften des tierischen Pendants simulieren, geschmacklich bietet er allerdings ein ganz eigenes Erlebnis. Sicherlich war eine Geschmacksähnlichkeit konzeptionell gar nicht tendiert, sonst hätte man seitens Granovita vermutlich auch formal eine Annäherung an Schnittkäse gewählt – vergleichbar mit den vegetarischen Wursterzeignissen der Firma, die mit Bezeichnungen wie Salami oder Bratwürstchen ihre Funktion als Fleischersatz klar herausstellen und durch ihr Aussehen, im Gegensatz zum Keese im Glas, erst gar keinen Zweifel aufkommen lassen.

Zwiebelschmelz Vegan und bio
Nicht alle Produkte aus dem Hause Granovita sind ökologisch zertifiziert. Einige traditionsreiche Klassiker wie die Holstener Liesel, ein veganes Schmalz mit Äpfeln und Zwiebeln, verzichten seit Markteinführung auf Rohstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau. Allerdings trugen sie von Beginn an das neuform-Zeichen, das zwar den Bio-Anbau nicht zur Pflicht machte, wohl aber den Herstellern u. a. strenge Schadstoff- und Rückstandskontrollen des Endprodukts auferlegte. Neben der Tendenz hin zu veganen Lebensmitteln zeichnet sich bei Granovita nun wohl auch eine Richtung hin zu externen Prüfsiegeln ab. So tragen beispielsweise die oben erwähnten veganen Schokoaufstriche das EU-BIO-Siegel, und auch ein neues veganes Zwiebelschmelz ist nun mit Bio-Abzeichen versehen. Und die drei neuen Sorten Veganer Keese warten sogar gleich mit zwei herstellerunabhängigen Prüfungen auf: Sie tragen sowohl das Bio-Zeichen als auch das neuform-Zeichen als Qualitätssiegel der Reformhäuser.


Nachtrag 1.2017: Die ‚Keese‘-Sorten von Granovita haben inzwischen Nachwuchs bekommen (Curry, Aubergine, Senf-Dill, Tomate) – eine aktuelle Übersicht gibt’s z. B. bei Amazon*.